Von Dr. Robert Schleip – www.fascialnet.com, CC BY 3.0, Link

Was sind Faszien und wie kann man sie trainieren?

Faszien, immer wieder hört man diesen Begriff. Irgendwas hat das doch auch mit der Black Roll zu tun, aber was genau sind Faszien? Und wie kann man diese trainieren?

Was sind Faszien?

Faszien sind feine, bindegewebsartige Häutchen, die Muskeln und Organe umhüllen. Diese fast durchsichtige Hülle besteht aus Kollagen, Wasser, Zucker und Eiweißen. Alle Faszien im gesamten Körper bilden ein Netzwerk. Sie stecken voller Rezeptoren, so erkennen sie Bewegungen des Körpers und reagieren auf Veränderungen des Gewebes.
Durch langes Sitzen (z.B. arbeiten am PC) sind unsere Muskeln dauerhaft dazu gezwungen, durch minimale Bewegungen die Position zu halten oder z.B. die Computermaus zu bewegen. Doch dafür sind Muskeln nicht gemacht, eigentlich benötigen sie nämlich Bewegung und Dehnung in alle Richtungen und sollten sich ebenso in alle Richtungen zusammenziehen können. Es wird vermutet, dass die Faszien durch diese unzureichende Bewegung steif und unbeweglich werden. Dies kann dann oft der Grund für z.B. Nacken- und Rückenschmerzen sein.

Wie kann man Faszien trainieren?

Normalerweise gleiten die Faszienschichten und die Muskeln aneinander vorbei, bei Verklebungen wird dieses Gleiten gestört. Umso länger die Muskeln zu wenig bewegt werden, umso mehr verkleben die Faszien und engen die Bewegung der Muskeln ein.
Leichte bis mittelschwere Verklebungen können durch Bewegung und Training der Faszien gelöst werden. Um stärkere Verklebungen zu lösen, sollte man allerding einen Therapeuten aufsuchen.
• Federnde Bewegungen, also hüpfende (Ganzkörper-) Bewegungen aktivieren die Vernetzungen der Faszien und haben außerdem auch einen positiven, lockernden Einfluss auf die umliegende Muskulatur.
• Dehnübungen, die mehrere Muskelgruppen dehnen, sind zur Aktivierung und Lockerung der Faszien besser geeignet, als Dehnübungen, die eine Muskelgruppe isoliert dehnen. Hier können übrigens auch Yogaübungen hilfreich sein.

Die vier Prinzipien des Faszientrainings:

1. Dehnen
ein Mix aus statischen und dynamischen Dehnübungen
2. Federn
hüpfende und schwingende Bewegungen
3. Spüren
bewusste Ausführung über die volle Bewegungsamplitude, damit der Kopf diese Bewegung „lernt“
4. Beleben
Massage mit speziellen Schaumstoffrollen fördert die Flüssigkeitsversorgung der Faszien

Was für Vorteile hat das Faszientraining?

Regelmäßige Dehnung und Lockerung der Faszien, sowie ein „Rollen“ mit speziellen Schaumstoffrollen kann leistungsfördernd wirken. Außerdem dient es der Vorbeugung von Verletzungen.
Durch das „erlernen“ von vollständig ausgeführten Bewegungen, können Muskeln besser angesprochen werden, was zu einer Steigerung der Kraft und somit der Leistung der Muskeln führen kann.

Dehnen und Lockern der Faszien und damit auch der umliegenden Muskulatur, löst Verspannungen und kann so Verletzungen vorbeugen.

Wie oft sollte man die Faszien trainieren?

Lockern, hüpfen, dehnen und rollen muss nicht jeden Tag gemacht werden, um Erfolge zu erzielen. Eine kurze ca. zehn bis fünfzehn minütige Einheit, zwei bis drei Mal pro Woche sollte ausreichen.
Aber Vorsicht, v.a. Dehnübungen sollten erst nach dem Aufwärmen gemacht werden! Versucht man die kalten Muskeln zu dehnen, kann dies leicht zu Verletzungen führen.
Nimmt man sich also zwei bis drei Mal pro Woche nach dem Training Zeit und baut ein paar Dehn- und Lockerungsübungen, sowie einige Übungen mit einer speziellen Schaumstoffrolle ein, liegt man genau richtig.

Quellen:
www.bevegt.de
www.achim-achilles.de